Der strukturelle Aufbau der Haut

Wie erwähnt, zeigt unsere Haut (Cutis) einen mehrschichtigen Aufbau.
Sie gliedert sich in 3 Schichten:
1.    Epidermis (Oberhaut)
2.    Dermis (Lederhaut oder Corium)
3.    Subcutis (Unterhaut)

 

Epidermis (epi für über, dermis für Haut):
Die Epidermis bildet die äußerste Hautschicht. Sie stellt die direkte Verbindung zu der uns umgebenden Umwelt her und steht mit ihr in direktem Kontakt. Sie ist frei von Blutgefäßen und gliedert sich in mehrere Schichten.
Stratum corneum (Hornschicht):
Sie bildet die äußerste Schicht der Epidermis und wird von vollständig verhornten Zellen, den sog. Korneozyten, gebildet. Sie besitzt keine Zellorganellen mehr. Je nach Körperregion ist diese Schicht zwischen 12 und 200 Schichten dick. Das stratum disjunctum ist der äußerste Teil des stratum corneums und bildet damit die äußerste Schicht der Haut. In dieser Hautschicht lösen sich die verhornten Hautzellen voneinander und schilfern unmerklich von der Haut ab. Eine Hautschuppung besteht, wenn dieser Prozess unvollständig abläuft. Die verhornten Hautzellen bilden gemeinsam mit Fetten (Lipiden), die sich zwischen den Zellen befinden, eine wasserabweisende Schicht. Die Lipide werden bereits in dem tieferliegenden stratum granulosum freigesetzt.
Stratum lucidum (Glanzschicht):
Diese Zellschicht weist einen sehr einheitlichen Aufbau auf. Sie ist in der Leistenhaut von Händen und Füßen besonders deutlich ausgebildet. In der Felderhaut hingegen ist sie nur schwach ausgeprägt und erscheint nur als dünne Zellschicht. Sie bildet einen Schutz / eine Barriere gegen das Eindringen von Bakterien und Keimen von außen. Den Namen trägt sie aufgrund ihres öligen (glänzenden) Charakters.
Stratum granulosum (Körnerschicht):
Mit der fortschreitenden Verhornung der Zellen, wie sie in dieser Zellschicht erfolgt, beginnt der Abbau der Zellen. Die Zellorganellen der Hautzellen werden zunehmend abgebaut. Dabei erfolgt eine Abflachung der Zellen und die Freisetzung von Fetten (Lipiden).
Stratum spinosum (Stachelzellschicht):
Die Hautzellen bilden einen dichten Zellverbund, wobei die Verhornung (Keratinisierung) der Zellen in dieser Zellschicht beginnt. In diese Zellschicht sind auch die sog. Langerhans-Zellen, Abwehrzellen des lymphatischen Systems, eingebunden.
Stratum basale (Basalzellschicht):
Wie bei allen Epithelien erfolgt die Abgrenzung zu dem darunter liegenden Gewebe, der Lederhaut (Dermis oder Corium), durch eine, meist einschichtige, Basalmembran, die in der Felderhaut meist dünn, in der Leistenhaut recht stark ausgeprägt ist und durch Ausbuchtungen (Papillen), die in die Lederhaut ragen, geprägt wird. Ihre Dichte bestimmt die Struktur der Hautleisten. Durch die direkte Verbindung zur Lederhaut, die Blutgefäße besitzt, wird diese Zellschicht noch gut mit Nährstoffen versorgt. Die Zellen dieser Zellschicht weisen eine hohe Teilungsaktivität auf, d. h. hier findet die Zellteilung und damit die „Neubildung“ von Zellen statt. Von hieraus beginnt die Hautzelle ihre Wanderung in die oberen Zellschichten. Für die Regeneration der Haut ist sie daher von besonders großer Bedeutung. In dieser Zellschicht befinden sich auch die Melanozyten. Diese bilden die Farbpigmente (das Melanin), die u. a. unsere Haut braun färben. Das Melanin wird dann in die oberen Zellschichten abgegeben. Auch die Merkel-Zellen, über die Berührungsreize wahrgenommen werden, sind hier lokalisiert.
Die Zellschichten stratum granulosum, stratum spinosum und stratum basale werden auch als Keimschicht der Epidermis bezeichnet.

 

Lederhaut (Dermis, Corium):
Die Bezeichnung „Lederhaut“ weist darauf hin, dass diese Hautschicht für die Ledergewinnung dienen kann. Sie besteht vorwiegend aus Bindegewebszellen und dient der „Verankerung“ und Versorgung der darüber liegenden Epidermis, die keine Blutgefäße besitzt, mit Nährstoffen. Die Lederhaut besitzt sowohl reißfeste als auch elastische Kollagenfasern. Die elastischen Fasern dienen der Geschmeidigkeit der Haut. Die Elastizität und damit die Geschmeidigkeit der Haut vermindern sich mit zunehmendem Alter.
In dieser Zellschicht befindet sich eine Vielzahl von Blut- und Lymphgefäßen, die die unteren Schichten der Epidermis u. a. mit Blut und Nährstoffen versorgen. In der Lederhaut befinden sich auch Talg- und Schweißdrüsen. Weiterhin sind Nerven, Muskeln und Sinneszellen, wie Schmerzrezeptoren, vorhanden, deren Anzahl je nach Körperregion stark variiert und bis zu 200 Rezeptoren pro cm² betragen kann. Auch die Hautanhangsorgane, wie Haare und Nägel, werden der Lederhaut zugeordnet.
Die Lederhaut wird in das stratum papillare (Papillen- oder Zapfenschicht) und das stratum reticulare (Netzschicht) differenziert.


Das stratum papillare grenzt an die Epidermis und ist mit ihr über den sog. Papillarkörper, eine wellen- und fingerförmige Linie, verbunden. Dabei bestehen vielfache Einstülpungen der Lederhaut in die Epidermis. Daraus ergibt sich eine vergrößerte Oberfläche und eine stabile Verbindung zwischen den Zellschichten, die die Abgabe von Nährstoffen an die Epidermis erleichtert. In behaarten Hautabschnitten weist der Papillarkörper relativ flache Papillen auf, da die Haare ihrerseits die Verankerung der Epidermis unterstützen. Zwischen den Zellen befindet sich das Interstitium, eine gelartige Flüssigkeit, die durch das Lymphsystem, das hier beginnt, drainiert wird. In ihr sind Abwehrzellen, Fibroblasten, Makrophagen, Lymphozyten, Plasmazellen, Mastzellen, Granulozyten und Monozyten lokalisiert, die sich relativ frei im Gewebe bewegen können. Auch die Meissner-Körperchen, die der Wahrnehmung von Druckveränderungen und damit dem Tastsinn und der Feinmotorik dienen, befinden sich im stratum papillare.
Das unter dem stratum papillare liegende stratum reticulare besteht aus Kollagenfasern, die durch elastische Fasern verbunden werden, so dass die Haut dehnbar ist und nach Dehnung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren kann. Die Straffheit der Haut wird u. a. von dem Flüssigkeitsgehalt dieser Hautschicht bestimmt. Weiterhin sind Dehnungsrezeptoren vorhanden. Das stratum reticulare ist deutlich dicker als das stratum papillare.


Subcutis:
Neben dem lockeren Bindegewebe sind hier die größeren Blutgefäße, Nerven sowie das Unterhautfettgewebe lokalisiert. Weiterhin befinden sich hier die Sinneszellen für starke Druckreize. Hier sind auch die Pacini-Körperchen lokalisiert, die als mechanorezeptorische Sinneszellen wirken. Das Unterhautfettgewebe kann, je nach Alter, Gewicht und Geschlecht, unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es dient als Schutz der darunter liegenden Gewebe und zur Wärmeisolation.